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Das Gottesbild asiatischer Religionen:
Buddhismus
I. Das Leben des BuddhaIm Himalayagebiet des heutigen Nepal, in der alten Stadt Kapilavastu, wurde
wahrscheinlich um das Jahr 560 v. Ch. Siddharta Gautama geboren. Er bekam
später den Titel Buddha (d.h. der Erleuchtete oder Erwachte). Sein Vater
war ein mächtiger Grundbestizer und seine Mutter starb schon früh nach
seiner Geburt. Sein Vater überhäufte ihn mit Luxus, denn er wollte
nicht, dass sein Sohn, wie es früher üblich war, in Kloster ging und
Mönch wurde. Er heiratete die Prinzessin Yasodara und mit 29 Jahren
verließ er sein Zuhause, ohne sich zu verabschieden, und zog in die
Heimatlosigkeit.
An einem Abend setzte er sich unter einen Feigenbaum und hatte dort ein
großes Erlebnis, das er selbst “Erleuchtung” nannte.
II. Die Lehre des BuddhaDas menschliche Leben ist Leid. Für den Inder ist diese Erfahrung
deshalb so bedrückend, weil er an die Wiedergeburt glaubt. Diesem steten
Neubeginn des Leidens zu entrinnen, bedeutet für ihn Erlösung. Das
“Nirwana” (d.h. Verlöschen, Verwehen) ist die einzige
Möglichkeit zur Rettung. Es ist das höchste Ziel für einen
Buddhisten, dieses Nirwana zu erlangen.
Buddhas Erleuchtung, die er selbst als die Erkenntnis der “vier edlen
Wahrheiten” bezeichnete, ist die Grundlage seiner Lehre und wie man in das
Nirwana gelangt:
Wahrheit vom Leiden, Wahrheit von der Entstehung des Leidens, Wahrheit von
der Aufhebung des Leidens, Wahrheit vom Wege zur Aufhebung des Leidens
Zur Aufhebung des Leidens gelangt man durch folgenden achtpfadigen edlen
Weg:
1. Rechte Anschauung, 2. Rechte Gesinnung, 3. Rechtes Reden., 4. Rechtes
Handeln, 5. Rechter Lebensunterhalt, 6. Rechtes Streben, 7. Rechtes Bedenken, 8.
Rechtes Sichversenken
Aus dieser Lehre Buddhas entwickelten sich verschiedene
Religionsrichtungen. Sie unterscheiden sich in Äußerlichkeiten,
jedoch nicht in ihrem Grundgehalt.
III. Die GottesvorstellungBuddha selbst bezeichnet sich als Religionsstifter und er wollte selbst
nicht als Gott verehrt werden. Buddha ist nur ein Lehrer, der den Menschen Rat
auf ihrem Weg zum Nirwana geben kann. Auf diesem Weg zum Nirwana ist der Mensch
jedoch auf sich selbst gestellt, er muss es wollen und aus sich selbst heraus
den Weg gehen. Er kann es nicht durch eine Berufung erfahren, sondern muss es
selbst erkennen und erfahren.
Durch immer mehr Wissen gelangt der Mensch dann immer näher zum
Nirwana. In einer dieser Religionsrichtungen wird der Mensch vor dem
Übertritt ins Nirwana zum sogenannten Bodhisattva. Dieser hat fast die
Allwissenheit erlangt und versucht nun anderen Menschen mit Rat und Tat (wie
Buddha) zu helfen auch zum Nirwana zu gelangen. Sie werden nicht als Götter
gesehen, sondern nur als Pfadvollender oder Erwachte. In der Praxis werden sie
jedoch ähnlich wie Götter verehrt.
Das hängt auch mit Folgendem zusammen: Da der Mensch mit der Angst,
dass er auf sich alleine gestellt ist, nicht fertig wird, sucht er sich einen
Bezugspunkt. Diesen Bezugspunkt gibt es jedoch aus philosophischer Sicht gesehen
nicht, da der Buddhismus eine verneinende Religion ist, die sowohl einen Anfang
(Schöpfung) wie auch ein Ende verneint und somit auch ein transzendentes
Wesen.
Der Buddhismus ist also keine Religion im westlichen Verständnis,
sondern mit erweitertem Religionsbegriff eine Religion, die mit ihren Inhalten,
ihrem Glaubensprinzip, ihren Idealen eine Philosophie ist, die durch ethische
Werte versucht, dem Menschen zu lehren, wie er sich vom Leiden befreit und zum
Glück gelangt. Durch diese Lehre ist sie international, vor allem weil sie
auch keinen Angriff auf ein gesellschaftliches oder politisches System nimmt.
Das Leben des Buddha
Die Lehre des Buddha
- achtpfadigen edlen Weg:
Die Gottesvorstellung
Der Buddhismus ist jedoch auch keine atheistische Religion wie in unserem
Religionsverständnis sondern mehr eine Lebensphilosophie.
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